Die Angeheuert Recruiting Basics – Einfach eingestellt. Episode 3

Is it you I am looking for?


Ahoi und willkommen zur dritten Episode der ANGEHEUERT Recruiting Serie. Ganz nach dem Motto „Nicht verzagen – ANGEHEUERT fragen“, werden hier wichtige Grundlagen, sowie Dos and Don’ts des gesamten Prozesses der Personalauswahl besprochen. Egal ob Recruiter, Personalchef, Firmeninhaber oder etwas dazwischen – wenn du Lust hast, das innovative ANGEHEUERT Fernglas für einen geschärften Blick auf die Materie aufzusetzen, bist du hier genau richtig. Nachdem wir uns im letzten Teil der Serie mit dem Employer Branding auseinandergesetzt haben, schneiden wir heute das spannende Thema der Kandidatensuche auf den zwei gängigsten Karrierenetzwerken XING und LinkedIn an.


1. Aller Anfang ist schwer


Um mit der aktiven Kandidatensuche anzufangen braucht man drei Dinge. Eine genaue Vorstellung von dem Ziel-Avatar, Zeit und natürlich eine gute Portion Gehirnschmalz. Auf die Erstellung des Ziel-Avatars wurde schon ausführlich in der ersten Episode der Angeheuert Recruiting Basics eingegangen. Zusammengefasst spiegelt der Ziel-Avatar die Persona der optimalen Besetzung wider. Da der Suchprozess in der Regel sehr zeitintensiv ist, sollte die Arbeitsumgebung von allen möglichen Ablenkungen befreit werden. Am besten blockierst du dir einen festen Zeitrahmen, in dem du kein Meeting hast und dich auch nicht von E-Mails, Telefonanrufen oder anderen Sachen ablenken lässt. Nach dem Schaffen eines störungsfreien Arbeitsplatzes kann es mit dem Brainstorming losgehen. Je enger die Suche im Vorhinein eingeschränkt werden kann, desto schneller kommst du an dein Ziel.


Beispiele für Überlegungen wären hierbei:

  • Welche Schulen / Universitäten könnte der Kandidat besucht haben?

  • Auf welchen sozialen Kanälen hält sich das Talent auf und welche Schlagwörter könnten in seinem Profil stehen?

  • Wie schaut die optimale Berufserfahrung des Kandidaten aus?

  • Was für eine Sprache spricht der Kandidat und sollte man mit ihm informell oder formell kommunizieren?

  • Gibt es bestimmte öffentlich zugängliche Gruppen, in denen sich der Kandidat aufhalten könnte?

  • Sind die Vorüberlegungen getroffen, ist die erste Anlaufstelle für Recruiter in der Regel ein Karrierenetzwerk.

  • Die zwei bekanntesten Plattformen, auf denen sich potenzielle Kandidaten aufhalten, sind XING und LinkedIn.



2. XING


XING fokussiert sich auf den deutschsprachigen Arbeitsmarkt. Die schätzungsweise 17 Millionen Mitglieder sind aus den unterschiedlichsten Wirtschaftsbereichen wie IT, Finanzen, Handel und Industrie. Unternehmen können sich auf XING eine kostenlose Basis-Version oder ein umfangreicheres kostenpflichtiges Employer Branding Profil anlegen. Vorteile der Bezahlversion (ca. 360 Euro monatlich mit 12 Monaten Vertragslaufzeit) sind unter anderem stärkere Profilindividualisierung durch die Einbindung von Kununu, Social Media Kanälen, des Corporate Designs und anderen Medien Dateien wie Bilder oder Videos. Ebenfalls werden automatisch kostenlose Werbeanzeigen auf Unternehmensseiten geschaltet, die nur über das Basis-Profil verfügen. Eine SEO-Optimierung findet auch statt – so wird das Unternehmensprofil für interessierte Bewerber bei der Stichwortsuche über XING, KUNUNU, Google, Bing und Yahoo gefunden werden. Als spezielles Suchtool für Recruiter bietet XING den kostenpflichtigen XING Talentmanager, der vor allem die Suche in Teams erleichtert (ca. 329 Euro im Monat). Durch die Befüllung vorgefertigter Suchmasken und Filter lässt sich die Kandidatenauswahl sehr gut einschränken. Nützliche Features des Talentmanagers sind hier beispielsweise der Profilbesuch-Zähler und die Projektzugehörigkeit. Dadurch kann jedes Mitglied des Recruiting Teams sehen, ob ein Kandidat schon von einem anderen Teammitglied gesichtet, in einem Projekt gespeichert oder kontaktiert wurde. Um im Vorhinein besser einschätzen zu können, ob das potenzielle Talent für ein Jobangebot offen ist, zeigt der Talentmanager praktischerweise die Wechselbereitschaft an. Diese wird anhand bestimmter Verhaltensweisen des Kandidaten wie das Klicken von Stellenanzeigen, ein neues Profilbild und des Ausbaus des Kontaktnetzwerks berechnet. Auch die Kontaktaufnahme zu dem Talent wird durch zahlreiche Funktionen erleichtert. Monatlich können bis zu 1000 individualisierte Nachrichten an interessante Kandidaten verschickt werden. Hierbei erleichtert vor allem die Betreffzeile die Ansprache. Wir empfehlen das Anschreiben schon in der Betreffzeile zu personalisieren, um die Antwortrate zu erhöhen. Häkchen neben einer gesendeten Nachricht zeigen ähnlich einer Whatsapp-Nachricht an, ob das angesprochene Talent die Nachricht schon gelesen hat. Dies kann bei der Entscheidung helfen einen Reminder zu schicken, oder zu evaluieren ob es Sinn macht, den Kandidaten auf einer anderen Plattform zu kontaktieren. Hierbei ist anzumerken, dass die Lesebestätigung von den Talenten auch deaktiviert werden kann, was aber eher selten der Fall ist. Für den kleinen Geldbeutel empfehlen wir die XING Premiummitgliedschaft (ca. 12 Euro monatlich bei 12 Monaten Vertragslaufzeit). Diese hat natürlich bei weitem nicht so viele Funktionen wie die Talentmanager Vollversion, ist aber trotzdem als Sourcing Tool zu gebrauchen. Highlights sind unter anderem eine erhöhte Sichtbarkeit des eigenen Profils und die Funktion einer erweiterten Suche, mit der man bereits interessante Talente finden kann.



3. LinkedIn



Im Gegensatz zu dem auf den deutschsprachigen Raum fokussierten Karrierenetzwerk XING, ist LinkedIn international vertreten und hat über 706 Millionen Mitglieder in mehr als 200 Ländern. Somit bietet sich LinkedIn vor allem für international agierende Unternehmen bei der Mitarbeitersuche an. Firmen haben hier wie auch bei XING die Möglichkeit ihr Firmenprofil über die kostenpflichtige Erweiterung LinkedIn Career Pages zu tunen (Preis je nach Firma). Neben vielseitigen Gestaltungsmöglichkeiten sowie dem Einbetten von Fotos, Videos, Beiträge von Mitarbeitern und Stellenanzeigen gibt es sogar die Möglichkeit interessierten Besuchern je nach Vorbedingungen wie Land, Region, Beruf oder Sprache unterschiedliche Inhalte anzuzeigen. Das Pendant zum XING Talentmanager ist der LinkedIn Recruiter. Dieser ist in der Lite Version (ca. 110 Euro monatlich) sowie in den Vollversionen LinkedIn Recruiter Professional Services und LinkedIn Recruiter (ca. 825 Euro monatlich) verfügbar. Einer der größten Vorteile der Vollversionen ist der Zugriff auf das gesamte LinkedIn Netzwerk. Im Gegensatz dazu werden bei der Lite-Version nur Talente angezeigt werden, die nicht mehr als drei Kontaktverknüpfungen aus dem eigenen Netzwerk entfernt sind (Kontakte 3ten Grades). Ausführlich gedacht heißt das, dass der Kontakt des Kontakts des Kontakts deines Kontakts nicht mehr in den Suchergebnissen angezeigt wird. Andere Vorteile der Vollversionen sind 120 mehr InMails als in der Light Version (das sind direkte Nachrichten, die auch ohne einer Vernetzungsannahme zugestellt werden), über 40 mehr Filtereinstellungen (z.B. Universität, Unternehmensbranche, Jahre in der aktuellen Jobposition, Abschluss oder Studienrichtung) und kooperative Funktion um die Zusammenarbeit in Recruiting Teams zu erleichtern. Analog zu der XING Premium Mitgliedschaft gibt es die Premium Mitgliedschaft LinkedIn Essentials für ungefähr 10 Euro im Monat. Inklusive sind 5 InMails und eine eingeschränkte Suchfunktion mit der man Kontakte 2ten Grades finden kann. Ebenfalls kann man seine Profilbesucher der letzten 90 Tage sehen und diese kontaktieren.



Natürlich haben wir in dieser kleinen Einführung die Oberfläche der zwei genannten Karrierenetzwerke nur leicht angekratzt. Was jedem klar sein sollte ist, dass die Vorteile einer gut gestalteten Firmenseite auf den zwei Plattformen vor allem im Zuge der Mitarbeitergewinnung und des Employer Brandings nicht abzustreiten sind. Ebenfalls stellen die XING Premium und LinkedIIn Essentials Mitgliedschaften das absolute Minimum für aktive Plattformnutzer dar.

In der nächsten Folge werden wir intensiv auf die Boolean String Sourcing Methode eingehen, mit der man auf Karrierenetzwerken und Suchmaschinen schneller passende Talente findet.


Bis dahin und Ahoi – Sebastian aus der ANGEHEUERT Crew.



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